Samstag, 20. Januar 2007
Lektion 2
Ich habe mir überlegt, dass ich entweder eine gut aufgeschriebene Sammlung einmal im Monat abgeben oder einen simplen den aktuellen Eindrücken entsprechenden Beitrag schreiben sollte. Wie immer ist die goldene Mitte der Kompromiß. Was ihr hier also lest, ist der aktuelle Eindruck. So wie es mir ein-. bzw.auffällt, wird es auch niedergeschrieben ohne es vorher durch ein geistiges Sieb geschickt zu haben. Am Ende des Monats mache ich dann eine wirklich sehr kurze Zusammenfassung. Da ich eh immer viel labber/schreibe, kann das mal wenigstens produktiv enden.

Hier also Lektion 2 :

So freundlich Schweden im Allgemeinen sind, so distanziert sind sie zunächst. D.h. wenn ihr ihnen, so wie häufig in Deutschland üblich, in der Bahn oder an der Kasse mit einem lockeren Spruch oder schlichtem "Hej!" begegnet, denkt der Schwede, dass man etwas von ihm wolle. Man gilt als komisch. So wurde es mir zumindest zugetragen. Auch der Smalltalk über das Wetter ist nicht so gern gesehen, wie z.B. in England.

Wenn ihr also Abends in der Bahn sitzt ( natürlich völlig nüchtern am Samstag Abend), und setzt euch in der leeren Bahn zu einem Schweden in eine Vierer-Sitzreihe, seid ihr schonmal komisch. Sagt ihr auch noch fröhlich "Hej hur läget?" (Na wie isset?), dann seid ihr seeehr komisch.

Also ohne Umschweife: "If you don't have an agenda, you shouldn't talk to a Swede." (original von einem Schweden). Übersetzen muss ich das wohl nicht.

Was natürlich keine Überraschung darstellt, ist die Tatsache, dass man ohne zumindest einen Versuch gestartet zu haben, Schwedisch zu reden, man schonmal weniger beliebt ist. Logisch, die Muttersprache öffnet die Türen. Ist, wie gesagt, nix Neues, aber ich finde wirklich, man sollte das noch einmal betonen. Ist einfach so. In der Bank hat die gute Frau am Schalter sehr verdutzt auf mein Schwedischgestammel reagiert. Dann habe ich sie über meine "Krankheit" (Svenska nixka könnska) aufgeklärt und sie hat dann strahlend mit Englisch fortgesetzt. Auf meine Bitte, einfach langsamer Schwedisch zu reden, hat sie noch freundlicher reagiert und somit hatte ich gewonnen.
Klingt doof, war aber so.

Ein gewisses schwedisches Ritual, welches nun hier kurz angschnitten wird, ist meines Erachtens den Alkoholpreisen geschuldet. In Schweden ist es üblich vor dem Diskogang vorzuglühen. Und zwar nicht zögerlich eine Goldbrause langsam und mit gespreitztem kleinen Finger trinken, sondern mal so richtig Gas. Also, lest das bitte richtig, denn man kann den Ausdruck "richtig Gas" so schlecht betonen. Ich meine RICHTIG GAS. Mit Bierturbo und eingebauter Lallbox.

Vielleicht kann ich Euch morgen Früh einen besseren Livebericht liefern. Wer weiss....

Zum Abschluß noch etwas , zwar wieder über den Alkohol, aber damit habe ich das Thema auch endgültig durch :

Hier scheint man eine Volumenprozentgrenze zu haben. Ab einer -von mir geschätzten- Grenze von 3,5% ist der Alkohol nur noch im "System bolaget" zu bekommen, dem staatlichen Alkoholladen. Ansonsten kann man das ganze lasche Bier fast überall kaufen.

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Der Finger
verdammt veit! endlich hab ich wieder internet und alles was ich lese dreht sich um bier! aber was ist mit dem finger lass mich den finger sehen. ach ja schöne grüsse von meiner guten und kleinen seite.

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